Naturgarten
Mikroprojekt
Das Naturgarten-Projekt der FH Erfurt verfolgt das Ziel, die Vielfalt der Lebensräume auf dem Campus der Fakultät für Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst – dem „Grünen Campus“ – zu erhöhen und somit die Biodiversität zu fördern. Darüber hinaus vermittelt das Projekt den mitwirkenden Studierenden sowie interessierten Besuchern praktisches Wissen in der naturnahen Freiraumgestaltung.

Methodik
Das Naturgarten-Projekt ist als Projekttutorium organisiert und steht Studierenden aller Fachrichtungen offen, wird jedoch hauptsächlich von Studierenden der Grünen Fakultät genutzt. Unter der Anleitung eines studentischen Mitarbeiters finden wöchentliche Arbeitseinsätze im Naturgarten statt. Diese umfassen unter anderem die Pflanzung und Pflege von Sträuchern sowie den Bau von Nisthilfen. Für die regelmäßige aktive Teilnahme erhalten die Studierenden 2 Creditpoints pro Semester. Größere Arbeitseinsätze werden in der Regel im Rahmen interdisziplinärer Projektwochen durchgeführt.
Herausforderungen
Das hochschulbezogene Naturgarten-Projekt steht vor der Herausforderung, dass personelle Kapazitäten nicht konstant sind. In Prüfungsphasen oder während der Semesterferien sind deutlich weniger Studierende aktiv als gewöhnlich. Zudem muss die studentische Leitung des Naturgartens nach wenigen Jahren häufig neu besetzt werden. Daher ist es wichtig, frühzeitig den Fortbestand des Projekttutoriums zu sichern. Es ist zudem erforderlich, einige Projekte mit anderen Gruppen auf dem Campus, wie etwa den Gärtnerinnen und Gärtnern, abzustimmen, wobei die Zusammenarbeit in der Regel gut funktioniert. Eine bedeutende Herausforderung stellt Vandalismus dar, der insbesondere im Sommer häufig auftritt.
Beitrag zur Biodiversität
Die Biodiversität ist in urbanen und industriell geprägten Räumen oft gering. Selbst private und öffentliche Grünflächen bieten oftmals, aufgrund fehlender Strukturvielfalt, zu intensiver Pflege und dem häufigen Einsatz nichtheimischer sowie züchterisch stark veränderter Pflanzen, wenig Lebensraum für die heimischen Pflanzen und Tiere.
Naturgärten stellen eine wertvolle Möglichkeit dar, die Artenvielfalt zu fördern und Lebensräume für zahlreiche Pflanzen und Tiere zu schaffen. Durch eine naturnahe Gestaltung entstehen vielfältige Habitaträume. Die Auswahl einheimischer Pflanzen sorgt nicht nur für Nahrungsquellen für Insekten und Vögel, sondern bietet auch Unterschlupfmöglichkeiten für viele andere Tiere. Eine abwechslungsreiche Struktur begünstigt die Ansiedlung von Arten, die in städtischen Gebieten oft unterrepräsentiert sind.
Naturgärten lassen sich sowohl in privaten als auch in öffentlichen Bereichen realisieren und erhöhen die Lebensqualität urbaner Räume. Mit einheimischen und standortgerechten Pflanzen stärken sie die Symbiose zwischen Flora und Fauna. Dies kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern schafft zudem ein harmonisches und einladendes Umfeld für die Bewohner urbaner Landschaften.
Ausblick
Zukünftig könnte der Naturgarten stärker in die Lehrveranstaltungen am Grünen Campus integriert werden. Beispielsweise könnten Schnittkurse für Streuobstbäume angeboten werden, oder im Modul Pflanzenkunde können Lehrgänge durchgeführt werden. Um auch externe Besucherinnen und Besucher besser einzubinden, wird eine einheitliche Beschilderung alle Campuselemente mit Bildungs- oder Nachhaltigkeitsbezug zu einem Landschaftslehrpark zusammenführen. Neben dem Naturgarten sollen auch Studierendengärten und verschiedene Bodenprofile auf dem Campus in diesen Landschaftslehrpark integriert werden














